Der aus Lennep (Remscheid) stammende Carl Wilhelm Röntgen verbrachte prägende – und sehr folgenreiche – Jahre an der Universität Würzburg (vgl. Beitrag S. 340). Hier war er Assistent des Physikers Wilhelm Kundt und hierhin kehrte er über Umwege, die ihn von Straßburg  über Hohenhein und Gießen führten, wieder zurück. Der 1888 ergangene Ruf auf das Ordinariat für Physik in Würzburg mag für ihn eine besondere Genugtuung gewesen sein, hatte man ihm doch dort – wohl wegen Fehlens des Abiturs – die Habilitation verweigert, die ihm an der im Zuge der Reichsgründung gegründeten Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg gelang. Folgenreich war die am Würzburger Physikalischen Institut eher zufällige Entdeckung der X-Strahlen im Dezember1895. Sie machte Röntgen schlagartig weltberühmt und trug ihm 1901den ersten Nobelpreis für Physik ein. Auch wenn er von 1900 bis 1920 an der Münchener Universität wirkte, so nimmt Würzburg im Leben Röntgens eine zentrale Stelle ein, weshalb er dort besonders gefeiert wird. Das Universitätsklinikum Würzburg hat zusammen mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) als Projektpartner eine Sonderausstellung konzipiert, die eindrucksvolle, mit konventionellen wir auch modernsten Röntgenverfahren gewonnene anatomische Bilder präsentiert. Sie bietet einen reizvollen Zusammenklang von Ästhetik und wissenschaftliche Aussage. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist sie derzeit mit gewissen Einschränkungen zu besichtigen (vgl. S. 388), wird aber lange Zeit zu sehen sein. Die Auswahl auf dem Titelblatt zeigt oben links: Photographie der Ausstellung mit farbcodierter Darstellung der räumlichen Verteilung eines Lungenemphysems in einer CT sowie eine CT-Darstellung der Herzkranzgefäße; oben Mitte:  3D-Rekonstruktion einer CT mit Darstellung des Skeletts; oben rechts: 3D-Rekonstruktion einer CT-Angiographie der Hauptschlagader (Aorta); unten links: 3D-Rekonstruktion einer CT mit Darstellung des Skeletts mit zusätzlicher Herausarbeitung der Nieren. [Photos Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Würzburg]

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