Palais de l’Équilibre nannte sich der auf dem Titel zu sehende Ausstellungsbau. Er war Teil der Expo.02, der 6. Landesausstellung der Schweiz, und stand von Mai bis Oktober 2002 in Neuenburg. Sein Name spielt auf das Ziel des nachhaltigen Wirtschaftens an. Vor allem auf dem Bausektor kann man durch Verwendung nachwachsender Rohstoffe dem Ideal eines Gleichgewichts zwischen Ressourcenverbrauch und -erneuerung nahekommen. Das Potential ist groß, denn weltweit schlägt die Verwendung von Beton als Baustoff in materieller wie energetischer Hinsicht enorm zu Buche. Allein schon bei Betrachtung der reinen Masse der von Menschen geschaffenen bzw. bearbeiteten materiellen Güter spielen Gebäude und Infrastruktureinrichtungen eine dominante Rolle (vgl. Kurzbericht S. 33). Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurden für den Palais de l’Équilibre bereits anderweitig verwendetes Holz genutzt. Es stammte von dem Schweizer Pavillon der Expo 2000 in Hannover, der mit seinen geraden, aus aufgestapelten, gleichförmigen Holzbrettern (von Lärche, Douglasie, Kanadischem Ahorn, Kiefer) bestehenden Wänden von vornherein den Charakter einer Lagerhalle bzw. eines Materiallagers hatte.

Der Palais de l’Équilibre wurde zwar auch demontiert, doch fand er eine neue Bestimmung. 2004 wurde er der Europäischen Großfor­schungseinrichtung CERN anlässlich ihres 50jährigen Bestehens von der Schweizerischen Eidgenossenschaft geschenkt und in alter Form an seinem neuen Standort in Meyrin er­richtet. Als Globe of Science and Innovation ist er nun Teil des Besucherzentrums des CERN.

Der Rundbau hat einen Durchmesser von 40 und eine Höhe von 27 Metern und wurde von den Schweizer Architekten Thomas Büchi und Hervé Dessimoz geschaffen. Er ist doppelschalig und wird von 18 Bogenelementen gestützt. Die äußere Schale ist eine licht- und luftdurchlässige Holzlattenkonstruktion (sog. Brise Soleil). In der inneren, mit Holzpaneelen ausgekleideten Schale liegt der zweistö­ckige Ausstellungsbereich. Zwischen beiden Schalen führen zwei spiralförmige Rampen ins obere Stockwerk. Im ersten Stock ist nun eine interaktive Dauerausstellung zur Kernphysik zu sehen (Universe of Particles). Das obere Stockwerk ist für Konferenzen, Seminare, Workshops und Sonderausstellungen eingerichtet. [Photo Hannes Henz, Zürich/LIGNUM] Rd