Buch-Tipps & Buchbesprechungen

     

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Jost Lemmerich:
Politik und Werbung für die Wissenschaft.
Das Harnack-Haus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Berlin-Dahlem.
Basilisken-Presse. Rangsdorf 2015.188 S., € 24,-/sFr. 37,90

ISBN 978-3941365483

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Jörg Sommer, Michael Müller (Hrsg.):
Unter 2 Grad? Was der Weltklimavertrag wirklich bringt.
S. Hirzel Verlag. Stuttgart 2016. 320 S., 16 Abb., 1 Tab., € 19,80 /sFr. 28,90
 

ISBN 978-3777625706

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Klaus Sander (Hrsg.):
Peter Berthold erzählt – Das Auerhuhn.
2 Audio-CDs, 113 Minuten, Booklet 20 Seiten. Supposé. Berlin 2015. € 24,80/sFr. 34,90
 

ISBN  978-3863850128

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P. Atkins: Die wundersame Welt der Chemie. Reclam. Stuttgart 2016. 148 S.,
€ 16,95 /sFr. 23,90
 

ISBN 978-3150110706

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A. Bonné: Gleichstromtrassen und ihre Auswirkungen. Grundlagen, Aktueller Stand und offene Fragen. Springer Vieweg. Wiesbaden 2016. 64 S. , 12 Abb., € 19,99/sFr 21,-
 

ISBN 978-3658126636

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R. T. Borlinghaus: Konfokale Mikroskopie in Weiß. Optische Schnitte in allen Farben. Springer Spektrum. Heidelberg 2016. XIII, 141 S., 70 Abb., €44,99/sFr. 56,-
 

ISBN 978-3662493588

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J. F. Dooley: Codes, Ciphers and Spies. Tales of Military Intelligence in World War I. Springer Copernicus Books 2016. 280 S., 39 Abb., € 27,99/sFr. 31,-
 

ISBN 978-3319294155

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T. Bronder: Spiel, Zufall und Kommerz. Theorie und Praxis des Spiels um Geld zwischen Mathematik, Recht und Realität. Springer. Heidelberg 2016. 336 S., 70 Abb., € 29,99/sFr. 31,-
 

ISBN 978-3662488287

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D. Goulson: Wenn der Nagekäfer zweimal klopft. Das Geheime Leben der Insekten. Hanser München 2016. 319 S., € 21,90/sFr. 28,90
 

ISBN 978-3446447004

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R. Holderegger, G. Segelbacher (Hrsg.): Naturschutzgenetik: Ein Handbuch für die Praxis. Haupt Verlag. Bern 2016. 248 S., € 34,90/sFr. 35,90
 

ISBN 978-3258079295

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M. Madeja, J. Müller-Jung (Hrsg.): Hirnforschung - was kann sie wirklich? Erfolge, Möglichkeiten und Grenzen. C.H. Beck. München 2016. 240 S., 18 Abb., € 19,95/sFr. 28,90
 

ISBN 978-3406688805

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M. Schwertfeger, H.-J. Flügel: Blütenökologie. Bd. 2 Sexualität und Partnerwahl im Pflanzenreich. VerlagsKG Wolf. Magdeburg 2015. 272 S., 341 Farb.-Abb., 14 SW-Abb. € 34,95/sFr. 60,40
 

ISBN 978-3894322656

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P. Wohlleben: Wohllebens Waldführer. Tiere und Pflanzen bestimmen – das Ökosystem entdecken. Ulmer. Stuttgart 2016. 256 S., 350 Farbphotos, € 17,90/sFr. 22,90
 

ISBN 978-3800103218

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Buchbesprechungen

   

 

Jost Lemmerich:
Politik und Werbung für die Wissenschaft.

Der Autor, ein guter Kenner der Berliner Wissenschaftslandschaft im 20. Jahrhundert, über Jahrzehnte vertraut mit den entsprechenden Beständen im Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, speziell auch mit den Nachlässen von Lise Meitner, James Franck und Max von Laue, legt eine Geschichte des Harnack-Hauses von seinem Bau bis zum Jahr 1945 vor. Die Gliederung ist chronologisch, von den „Ideen zur Förderung der Wissenschaft im Kaiserreich“, über die „Forschung im Ersten Weltkrieg – die Zerstörung der übernationalen Gemeinschaft der Wissenschaftler“ (beide Kapitel sind sehr kurz) und „die KWG in der Weimarer Republik“ bis zur Analyse der Aktivitäten im Harnack-Haus in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Anmerkungen und das Literaturverzeichnis zeigen, dass es sich um eine Arbeit handelt, die voll aus verschiedenen Quellen, speziell dem Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, schöpft. Ergänzt werden die Aussagen durch Briefe aus den entsprechenden Nachlässen. Zahlreiche Abbildungen vermitteln uns einen Eindruck von handelnden Personen und wichtigen Dokumenten. In seinem Vorwort weist Lemmerich auf die Besonderheit der Einrichtung hin: „An nur wenigen Orten trafen sich in den 1920er Jahren bis in die 1940er Jahre Gelehrte, Vertreter der Hochfinanz, Industrielle, Künstler und Politiker zu einem Gedankenaustausch mit dem Zweck, die Naturwissenschaften zu fördern.“
Bereits im Jahr 1916 hatte die 1911 gegründete Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften damit begonnen, monatliche Sitzungen abzuhalten, zunächst in der neuen Staatsbibliothek (Unter den Linden), nach der Abdankung des Kaisers in einem kleinen Vortragssaal im Berliner Stadtschloss. Jost Lemmerich versteht die Vortragsveranstaltungen als „Werbung für die Wissenschaft“ und auch für die KWG, die immer neue Mitglieder gewinnen wollte. Der erste Präsident der KWG, Adolf von Harnack, setzte sich gemeinsam mit ihrem Generalsekretär Friedrich Glum ab 1926 intensiv für den Bau einer internationalen wissenschaftlichen Begegnungsstätte ein: „ ... die Absicht besteht, in Dahlem eine Forschungsstätte für ausländische Gelehrte in Verbindung mit einem Klubhaus zu errichten.“ Ein wichtiges Ziel war es, dazu beizutragen, die durch den Ersten Weltkrieg zerstörten internationalen Wissenschaftsbeziehungen wieder herzustellen. Harnack selbst formulierte 1927: „einmal wollen wir für die vielfach gewährte Gastfreundlichkeit des Auslandes unsere Dankesschuld abtragen. .... Darüber hinaus glauben wir endlich, damit einen praktischen Weg zu einer internationalen Verständigung geben zu können.“
Lemmerich beschreibt sehr genau die Planungs- und Bauphase. Am 7. Mai 1929 wurde das Harnack-Haus eröffnet, mit Ansprachen des 1. Vizepräsidenten der Gesellschaft, Krupp von Bohlen und Halbach, des Reichsaußenministers Stresemann, des Botschafters der Vereinigten Staaten Schurman, des Rektors der Berliner Universität Wilhelm His und des Präsidenten Adolf von Harnack.
Nun standen neben Gästewohnungen mehrere Säle und Sitzungszimmer zur Verfügung, die auch vermietet wurden. Das Haus wurde von Margarethe Carrière geleitet, die von 25 Mitarbeitern unterstützt wurde. Es gab Sportmöglichkeiten und einen Mittagstisch für die Institutsmitarbeiter. Einer näheren Betrachtung wert sind die monatlichen Vortragsveranstaltungen.
Als Max Planck nach dem Tod Harnacks das Präsidentenamt der KWG übernahm, war die Situation in Deutschland schwierig. In einem Vortrag im November 1930 sagte er: „Es ist eine seltsame Welt, in der wir leben. Wohin wir blicken, auf allen Gebieten der geistigen und kulturellen Kultur, sind wir in eine Zeit schwerer Krisen hinein geraten, die unserm gesamten privaten und öffentlichen Leben mannigfache Zeichen der Unruhe und Unsicherheit aufprägt.“ Planck lud „zu einer ganzen Reihe kleiner Abendessen ein, bei denen in- und ausländische Gelehrte mit Vertretern der Wirtschaft, Finanz und Presse, des Parlaments und der Regierung sich zu zwangloser Fühlungnahme trafen.“
1933 war die KWG „vom Staat finanziell vollständig abhängig.“ Der Einfluss der neuen Regierung nahm zu. Bereits am 31. Mai 1933 bat Generalsekretär Glum den Zentralverlag der NSDAP „zusätzlich zum Völkischen Beobachter und Angriff um die kostenlose Lieferung von Die Brennessel, Der S.A. Mann, N.S. Funk, Nationalsozialistische Landpost, Nationalsozialistische Monatshefte.“
Auf der Hauptversammlung der KWG im Mai 1933 ging Planck in Anwesenheit des Reichsministers des Inneren und des Preußischen Staatsministers für Wissenschaft auf die Aufgaben der KWG ein, „in ihren 30 Instituten neue Wege zu suchen zur Lösung lebenswichtiger Aufgaben, zur Erkenntnis und Beherrschung der Naturkräfte, zur Ausnutzung unseres Rohstoffpotentials, zur Züchtung wert . voller Pflanzen und Haustiere, zur Hebung der Volksgesundheit, zur Stärkung unserer Wehrfähigkeit, zur Förderung der erbgesunden Familie und Abstossung minderwertiger Volkselemente ...“  Für die Bibliothek wurden zunehmend militärische Schriften angefordert, „Waffenlehre, Artillerie im Feldkrieg, Heereskavallerie im Bewegungskrieg, Vernichtungsschlacht und Feldbefestigung.“
In der Generalverwaltung gewann Ernst Telschow an Einfluss. Aus einem Aktenvermerk von Rudolf Mentzel erfahren wir: „Eine enge Verbindung zwischen Ministerium und Kaiser Wilhelm Gesellschaft soll zunächst dadurch erreicht werden, daß Herr Dr. Telschow in der Direktion dieser Gesellschaft nebenamtlich als Referent zum Ministerium tritt.“
1934 wurde (noch auf Initiative von Friedrich Glum) eine zweite Vortragsreihe, eine geisteswissenschaftliche, eingeführt. Im ersten Zyklus ging es um „den deutschen Menschen in den verschiedenen Zeitaltern.“ Auf Anregung von Planck gab es ab Herbst 1934 auch „Kameradschaftsabende für die Gefolgschaft der Berliner Kaiser-Wilhelm-Institute“ im Harnack-Haus. Im ersten Kameradschaftsabend mit 432 Institutsangehörigen ging es um das „Deutsche Soldatentum in Geschichte und Gegenwart.“ Trotz des hohen Grades der Anpassung standen Frau Carrière und Friedrich Glum in der Kritik der NS-Regierung. Beide mussten ihre Posten schließlich verlassen. Alle Umstände werden sorgfältig geschildert.
Es fanden im Harnack-Haus Veranstaltungen der verschiedensten NS-Organisationen statt, auch erbbiologische Kurse. Die Konflikte im Zusammenhang mit der Gedächtnisfeier für Fritz Haber 1935 werden anhand der Dokumente dargestellt. Allein 1934/35 war Hitler dreimal im Harnack-Haus. Als im September 1935 die C.G.-Jung-Gesellschaft im Haus tagen wollte, wandte Frau Carrière ein, dass die Gesellschaft so viele jüdische Mitglieder habe. „Darauf wurde Frau C. mitgeteilt, daß die Gesellschaft im Begriff stände, den Arierparagraph einzuführen. In dieser Sitzung solle die Mitteilung an die Mitglieder gemacht werden.“
Die Vortragenden und Themen aller Vortragsveranstaltungen dieser Jahre sind aufgeführt. 1937 wurde Glum von Telschow als Generalsekretär abgelöst. „Nun war der Zeitpunkt erreicht, an dem der Nationalsozialistische Staat die Organisation der KWG bestimmte.“ Inzwischen war Carl Bosch Präsident der Gesellschaft. Ein überlebensgroßes Bild von Adolf Hitler wurde 1939 in der Bismarck-Halle des Harnack-Hauses aufgehängt. Im Juni 1942 fand ein geheimes Treffen von Kernphysikern im Harnack-Haus statt. „Der wichtigste Redner war Werner Heisenberg, Direktor am KWI für Physik und Leiter der Arbeiten des Uran-Projekts an verschiedenen Orten in Deutschland.“
Neben Veranstaltungen, die dem Zeitgeist geschuldet waren, gab es auch in diesen schwierigen Kriegsjahren Vorträge von bleibender Bedeutung, so ein Vortrag von Max Planck im November 1941 „Sinn und Grenzen der Wissenschaft“ und ein Vortrag von Carl Friedrich von Weizsäcker im November 1942 über „Die Frage der Unendlichkeit der Welt als Beispiel für symbolisches Denken in der Naturwissenschaft“. „Am 14. Juli 1945 wurde das Haus von der amerikanischen Besatzungsmacht übernommen. ... Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Abzug der Alliierten ging das Harnack-Haus an die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.“
Es ist bemerkenswert, wie viel Zeit- und Wissenschaftsgeschichte der genaue Blick auf die Geschichte des Harnack-Hauses vermittelt. Besonders bei der Betrachtung der NS-Zeit wird deutlich, dass es immer herausragende wissenschaftliche Vorträge gegeben hat, dass aber die KWG und speziell das Harnack-Haus sehr von den Machthabern vereinnahmt wurden. Das Buch gewährt einen Einblick in ein wichtiges Kapitel der Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft.

Dr. Sybille Gerstengarbe, Halle (Saale)
 

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Jörg Sommer, Michael Müller (Hrsg.):
Unter 2 Grad?
Was der Weltklimavertrag wirklich bringt.

Das Buch knüpft direkt an die Ergebnisse des Pariser Übereinkommens vom Dezember 2015 zum Klimaschutz an und widmet sich den Erfordernissen zur Realisierung der festgeschriebenen Absichten. An ihm haben 42 namhafte Autoren mitgewirkt, die 39 Beiträge verfasst haben. Von diesen entfallen zwei auf die Einführung, fünf widmen sich dem Weltklimavertrag und seiner Geschichte, 14 firmieren unter „Wissenschaft“, sechs unter „Staat und Politik“ sowie neun unter „Zivilgesellschaft“.
Nach einem skeptisch-hoffnungsvollen Geleitwort von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident des Club of Rome, der auf das Engagement der Zivilgesellschaft setzt, äußert sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit einem Plädoyer für eine Weltinnenpolitik. In einem größeren Beitrag machen die Herausgeber die Leser mit den Hauptinhalten des Pariser Vertrages bekannt und sparen dabei bestehende Probleme und Unsicherheiten, die Rückschläge, ja sogar ein Scheitern, mit sich bringen können, nicht aus. Es ist nicht möglich, im Rahmen einer Rezension auf die einzelnen Beiträge einzugehen.
Seit dem Aufkommen einer Klimapolitik verbreitert sich der Kreis der Klimaforscher bzw. Klimasachverständigen, was auch notwendig ist. Am vorliegenden Buch haben nur zwei Klimaforscher im engeren Sinn mitgearbeitet, die übrigen Autorinnen und Autoren sind (Umwelt)Ökonomen, Umweltpolitiker, Politik- und Medienwissenschaftler, Naturwissenschaftler (Geologen, Biologen, Paläontologen), Juristen und Journalisten. Das führt zu gewissen Vereinfachungen in der Beschreibung des Klimas und seiner Veränderungen. Eine solche Simplifizierung ist das maximale Erwärmungslimit, also das 2 Grad-, nach der Pariser Vereinbarung sogar das 1,5 Grad-Ziel. Auf die Problematik der Anwendung solcher Schwellenwerte wird in einem Beitrag kritisch eingegangen. Es handelt sich um die mittlere jährliche globale Differenz der oberflächennahen Lufttemperatur in Bezug auf den Referenzwert von ca. 1880. Die daraus abzuleitende Lufttemperatur in Oberflächennähe ist jedoch eine abstrakte Größe, die mit unseren Sinnen nicht fühlbar ist. Die Differenzwerte liegen als Datenreihen auch für die beiden Hemisphären und für die Jahreszeiten vor. Zieht man nur diese, das thermische Klima sehr vereinfacht widerspiegelnden Werte in der Klimapolitik heran, um sich ein Bild über die Klimaveränderungen zu machen, lässt man regionale Änderungsstrukturen ganz außer Acht. Diese sind aber sehr wichtig für die Beurteilung der unterschiedlichen Anpassungsmöglichkeiten in den Regionen der Erde. Wenn man das berücksichtigt, lassen sich auch die potentiellen Auswirkungen des Klimawandels auf die verschiedenen Länder abschätzen.
Da die sozial-ökologische Transformation der Energiebasis von „fossil“ zu „erneuerbar“ in Deutschland im Mittelpunkt des Buches steht, bleibt die Frage in der ganzen Breite noch unbeantwortet, ob und inwieweit die Umstellung global umgesetzt werden kann. Zu den ungelösten Problemen gehören in diesem Zusammenhang bekanntlich die Energiespeicherung, die geringe Energiedichte und der damit verbundene hohe Flächenbedarf für Windkraft- und Photovoltaikanlagen wie auch für den Anbau sogenannter Energiepflanzen, ferner die erforderliche große Netzkapazität und insgesamt die hohen Kosten, die bei einer weitgehenden Substitution anfallen.
Da die weltweite Einführung der erneuerbaren Energieformen sozusagen als Axiom behandelt wird, wurde davon abgesehen, Alternativen oder andere zusätzliche Optionen in den Blick zu nehmen. Das ist in gewisser Hinsicht zwar konsequent, aber ist es nicht zu erwarten, dass Wissenschaft und Technik mit neuen Entwicklungen aufwarten? Das könnte beispielsweise die Kernfusionstechnologie sein, für die die internationale Gemeinschaft viel Geld aufbringen müsste, was eventuell zu Lasten anderer Projekte ginge.
Im Buch klingt wenig an, dass die Erreichung der Klimaschutzziele angesichts brennender globaler Probleme (Armut, Migration, Kriege, Bevölkerungswachstum, hohe Arbeitslosigkeit), von denen einige bereits mit dem Klimawandel zusammenhängen, höchste Anstrengungen erfordern werden, zumal unter den Bedingungen einer um sich greifenden neo­liberalen Variante des vorherrschenden Wirtschaftssystems.
Insgesamt aber bietet das Buch einen guten Einblick in den gegenwärtigen Stand der Klimapolitik und in viele Einzelprobleme, die damit zusammenhängen. Interessierte Leser werden es daher begrüßen, in so kompakter Form über eines der wichtigsten Weltprobleme aus erster Hand informiert zu werden.

Prof. Dr. Peter Hupfer, Berlin
 

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Klaus Sander (Hrsg.):
Peter Berthold erzählt – Das Auerhuhn.

Der bekannte Vogelzugforscher, vormals Direktor der Vogelwarte Radolfzell, Max-Planck-Institut für Ornithologie, erzählt kurzweilig, spannend und informativ über den „urigen Urvogel“, wobei er mit einigem Jägerlatein aufräumt, manche Verhaltensweise wie die Geschichte von den balztollen Hähnen verständlich macht und Einblick in neueste Methoden und aktuelle Fragestellungen der Ornithologie gibt. Ein weiteres Glanzstück in der Hörbuchreihe, mit der der supposé-Verlag ein eigenes Genre der Vermittlung von Wissenschaft geschaffen hat.

Rd.
 

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